Kleine Anfragen

Landesgartenschauantrag sowie touristische Entwicklung Zeulenroda

THÜRINGER LANDTAG
5. Wahlperiode
04.11.2009

K l e i n e A n f r a g e 77
des Abgeordneten Bergner (FDP)
Landesgartenschauantrag sowie touristische Entwicklung
an der Talsperre Zeulenroda


Laut einem Pressebericht der Ostthüringer Zeitung, Lokalausgabe Zeulenroda vom 29. Oktober 2009, wurde der Zuschlag für die nächste Landesgartenschau nicht auf die Bewerbung der Stadt Zeulenroda-Triebes erteilt.

Ich frage die Landesregierung:

1. Welche fachlichen Kriterien haben zur Absage gegenüber dem Standort Zeulenroda-Triebes für eine Ausrichtung im Jahr 2013 geführt?

2. Worin liegen die Stärken der designierten Standorte Schmalkalden für 2013 und Apolda für 2017?

3. Wie steht die Landesregierung zu den Aussagen der vorherigen Ministerpräsidenten Althaus und Vogel, die touristische Entwicklung im Bereich der Talsperre Zeulenroda zu unterstützen?

Bergner

Die Antwort der Landesregierung:

Thüringer Landtag
5. Wahlperiode
Drucksache 5/223
21.12.2009

Das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 16. Dezember 2009 wie folgt beantwortet:

Zu 1.:
Vorrangiges Ziel der Durchführung von Landesgartenschauen im Freistaat Thüringen ist die Erarbeitung umfassender und beispielhafter Konzepte zur Freiraumgestaltung und Freiraumentwicklung mit städtebaulicher Langzeitwirkung.
Nach Einschätzung des Auswahlausschusses liegt der konzeptionelle Schwerpunkt der Bewerbung der Stadt Zeulenroda-Triebes weniger im Bereich einer nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung. Somit wären die städtebaulichen Wirkungen bei Umsetzung des Konzepts im Vergleich zu anderen Bewerberstädten gering gewesen.
Weiterhin war das für die Gartenschau vorgesehene Gelände sehr dezentral konzipiert, was die Durchführung des Vorhabens erschwert und finanziell zusätzlich belastet hätte.

Zu 2.:
Die Schwerpunkte und Stärken des Konzepts der Stadt Schmalkalden liegen in der weiteren Umsetzung des integrierten Stadtentwicklungskonzepts, der Entwicklung neuer Grünstrukturen und der Revitalisierung ehemaliger Parkanlagen.

Die vorgesehenen Maßnahmen zur Beseitigung städtebaulicher Defizite durch Wiedernutzung von innerstädtischen Brachflächen, das schlüssige Finanzkonzept sowie die zu erwartenden Impulse für die Entwicklung der Tourismusregion "Thüringer Wald" und die Verknüpfung des Vorhabens mit den Aktivitäten zur Lutherdekade waren ausschlaggebend für die Vergabe der Landesgartenschau 2013 an die Stadt Schmalkalden.

Die Stadt Apolda hat in ihrem Konzept sehr überzeugend und beispielhaft dargelegt, wie das Instrument der Landesgartenschau als Motor für die Stadtentwicklung sowie bei der Beseitigung städtebaulicher und freiraumplanerischer Defizite in Zusammenhang mit dem sich vollziehenden Strukturwandel genutzt werden soll. Die Stärken liegen insbesondere in den geplanten Maßnahmen zur Freiraumvernetzung, zur integrierten Ouartiersentwicklung des Wirtschaftsstandorts Innenstadt, zur Brachflächenrevitalisierung und Schaffung attraktiver Infrastrukturangebote mit dem Ziel, den Wohn- und Kulturstandort Innenstadt nachhaltig zu stärken. Ein weiterer Aspekt sind die zu erwartenden touristischen Wirkungen in Zusammenhang mit der künftigen Entwicklung des Städtetourismus.

Zu 3.:
Die Ministerpräsidenten a. D. Dr. Bernhard Vogel und Dieter Althaus hatten der Stadt Zeulenroda-Triebes in Aussicht gestellt, nach Wegfall der Nutzung der Talsperre zur Trinkwasserversorgung eine touristische Nutzung der Talsperre zu unterstützen.
Unter der Voraussetzung, dass eine touristische Nutzung des Gewässers nach Aufhebung des Wasserschutzes dauerhaft möglich ist, ist eine Unterstützung der touristischen Entwicklung
der Region im Rahmen des bestehenden Förderinstrumentariums weiterhin möglich.

Reinholz
Minister
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