Kleine Anfragen

Einrichtung so genannter 'Safepoints'

Thüringer Landtag
5. Wahlperiode
23.03.2010

K l e i n e A n f r a g e 434
der Abgeordneten Bergner, Barth und Koppe (FDP)
Einrichtung so genannter "Safepoints"


Einem Bericht der Zeitung "Die Hallos" vom 20. März 2010 zufolge, brachte die Thüringer Sozialministerin Heike Taubert gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Geraer Verkehrsbetriebes GmbH (GVB), Herrn Udo Gantzke, und Schülern den ersten so genannten "Safepoint"-Aufkleber an einem Fahrzeug der GVB an. Dabei handelt es sich um eine innenpolitisch relevante Initiative, bei der ausweislich des Berichtes insgesamt 80 Busse und Bahnen sowie der zentrale Kundenservice des Unternehmens in der Geraer Heinrichstraße als "Safepoint" gekennzeichnet werden bzw. wurden.

Wir fragen die Landesregierung:

1. Wie unterscheiden sich die als "Safepoint" gekennzeichneten Busse, Bahnen und Einrichtungen, abgesehen von dem obengenannten Aufkleber, von den übrigen Bussen, Bahnen und Einrichtungen?

2. In welcher Weise sind die an so genannten "Safepoints" tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GVB besonders geschult?

3. Wer ist Träger des Projekts?

4. Ist eine Beteiligung des Freistaats Thüringen beabsichtigt? Falls ja, welche finanziellen Auswirkungen bedeutet dies für den Freistaat?

5. Ist eine Evaluierung des Projekts und gegebenenfalls Ausweitung auf andere Nahverkehrsunternehmen geplant? Falls nein, warum nicht?

Bergner, Barth, Koppe

Die Antwort der Landesregierung

Thüringer Landtag
5. Wahlperiode
Drucksache 5/919
05.05.2010

Das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 5. Mai 2010 wie folgt beantwortet:

Zu 1.:
Der Safepoint-Aufkleber weist die Fahrzeuge der Geraer Verkehrsbetrieb GmbH (GVB) als Anlaufstelle für Kinder aus, die sich bedroht fühlen und daher Hilfe und Schutz suchen. Er wurde leuchtend rot, kreisrund und mit einem stacheligen Igel öffentlichkeitswirksam so gestaltet, dass er sich für Kinder deutlich von anderen Aufklebern abhebt. Der Aufkleber ist gut sichtbar an den Fahrzeugtüren angebracht. Auf die Antwort zu Frage 2 wird verwiesen.

Zu 2.:
Generell sind die Mitarbeiter der GVB angehalten, sich adäquat zu verhalten, wenn es in Bussen und Bahnen zu Konfliktsituationen kommt, bzw. sich hilfesuchende Mitfahrende an sie wenden. Mit dem Aufkleber werden besonders Kinder als Zielgruppe deutlicher angesprochen. Das Fahrpersonal der VB wird regelmäßig im Umgang mit Konfliktsituationen geschult.

Im Zusammenhang mit der "SafePoints-Aktion" wurde eine zusätzliche Schulung zu den besonderen Anforderungen im Umgang mit hilfesuchenden Kindern durchgeführt.

Zu 3.:
Träger des Projekts ist der Kindergewaltpräventionsprojekte e.V. in Gera. Enge Kooperationsbeziehungen bestehen mit dem Pädagogische Werkstatt-Globales Lernen - Gera e.V. und dem Förderverein pro Kinder und Jugendliche e.V., Leipzig.

Zu 4.:
Eine finanzielle Beteiligung des Freistaats Thüringen ist bisher nicht beabsichtigt.

Zu 5.:
Eine Ausweitung auf weitere Nahverkehrsunternehmen, sofern sie sich nicht bereits an ähnlichen Projekten, wie z. B. dem Projekt Notinsel der Stiftung Hänsel + Gretel beteiligen, ist von den Projektinitiatoren vorgesehen. Eine Evaluierung bereits zu Beginn des Projekts wäre verfrüht.

Taubert
Ministerin
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