02.02.2012
Thüringer Landtag
5. Wahlperiode
02.02.2012
K l e i n e A n f r a g e 2128
der Abgeordneten Hitzing (FDP)
Gründung einer Fakultät für Jüdische Studien an der Universität Erfurt, Teil II
Im Rahmen ihrer Israelreise im Dezember 2011 kündigte Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht an, dass der Auftrag zur Gründung einer Fakultät für Jüdische Studien an der Universität Erfurt im Januar 2012 erteilt werde. Bereits im Vorfeld der Reise habe sie sich mit dem Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur darauf geeinigt, dass in Erfurt ein Zentrum für Jüdische Studien entstehen solle.
Ich frage die Landesregierung:
1. Welche Planungen anderer Landesregierungen zur Gründung von Fakultäten für Jüdische Studien waren der Thüringer Landesregierung zum Zeitpunkt der oben genannten Ankündigung bekannt, fanden gegebenenfalls länderübergreifend Verhandlungen zwischen den jeweils zuständigen Ministerien statt, welche konkreten Ergebnisse resultieren aus diesen Verhandlungen und wie begründet die Landesregierung ihr diesbezügliches Vorgehen?
2. Wie beurteilt die Landesregierung die Konkurrenzsituation der Fakultät für Jüdische Studien an der Universität Erfurt mit ähnlichen Forschungs- und Lehreinrichtungen in Deutschland und wie begründet sie ihre diesbezügliche Auffassung?
3. Befand sich die Landesregierung ihrer Ansicht nach in einem Wettbewerb mit anderen Bundesländern hinsichtlich der Ergreifung von Maßnahmen mit dem Ziel der Errichtung einer Fakultät für Jüdische Studien, um welche Bundesländer handelte es sich gegebenenfalls und wie begründet die Landesregierung ihre diesbezügliche Auffassung?
4. Welche konkreten Erkenntnisse liegen der Landesregierung über die Positionen der Jüdischen Gemeinden zur Neugründung einer Fakultät für Jüdische Studien vor, welche Rolle haben diese Erkenntnisse bei der Entscheidungsfindung zu ihrer Errichtung gespielt und wie begründet die Landesregierung ihr diesbezügliches Vorgehen?
5. Welche konkreten Erkenntnisse liegen der Landesregierung über die Positionen bestehender Forschungs- und Lehreinrichtungen in Deutschland zu einer neuen Fakultät für Jüdische Studien an der Universität Erfurt vor, teilt sie diese und wie begründet die Landesregierung ihre diesbezügliche Haltung?
6. Welche konkreten Planungen hat die Landesregierung unternommen, um das reichhaltige kulturelle Erbe jüdischen Lebens in Erfurt zu wissenschaftlichen Zwecken an der neugegründeten Fakultät zu nutzen, welche konkreten Vorhaben werden wann umgesetzt und wie begründet die Landesregierung ihr diesbezügliches Vorgehen?
7. Ist eine Kooperation zur wissenschaftlichen Nutzung des reichhaltigen kulturellen Erbes der Stadt Erfurt durch die neue Fakultät für Jüdische Studien mit kulturellen Einrichtungen der Stadt Erfurt geplant, welche konkreten Maßnahmen sollen hierzu ergriffen werden und wie begründet die Landesregierung ihr diesbezügliches Vorgehen?
8. Plant die Landesregierung, die neue Fakultät für Jüdische Studien einer bestimmten Denomination des jüdischen Glaubens entsprechend inhaltlich auszurichten und wie begründet sie ihr diesbezügliches Vorgehen?
9. Müssen dem zuständigen Landtagsausschuss im Zusammenhang mit der Neugründung der Fakultät für Jüdische Studien stehende Änderungen rechtlicher Grundlagen zur Bearbeitung zugeleitet werden (wenn ja, welche)?
Hitzing
Die Antwort der Landesregiung finden Sie HIER