Kleine Anfragen

'Marathondienste' von Ärzten in Thüringer Kliniken?

Thüringer Landtag
5. Wahlperiode
24.01.2012

K l e i n e A n f r a g e 2105
des Abgeordneten Koppe (FDP)
"Marathondienste" von Ärzten in Thüringer Kliniken?


Durch "Marathondienste" übermüdete Ärzte sind nach Selbsteinschätzung der Ärzteschaft keine Seltenheit. So ergab eine Umfrage der Ärztekammer Westfalen-Lippe unter Klinikärzten, dass rund drei Viertel der Befragten häufig gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen, also länger arbeiten oder arbeiten müssen, als zulässig. Auch der Marburger Bund führte im Jahr 2010 eine Umfrage unter Klinikärzten durch. Danach gaben 53 Prozent der Ärzte an, dass die Grenzen der Höchstarbeitszeit in ihren Häusern nicht eingehalten würden.1 Dies hat vielfältige Ursachen und ist nicht zuletzt durch den Mangel an Ärzten in Thüringen verursacht. "Marathondienste" können allerdings
das Patientenwohl gefährden. Überdies schmälern die überlangen Arbeitszeiten die Attraktivität des Arztberufes und laufen den Bemühungen einer familienfreundlichen Ausgestaltung des Arztberufes zuwider.

Ich frage die Landesregierung:

1. Wie viele Kliniken wurden seit Beginn der 5. Legislaturperiode bezüglich der Einhaltung der Arbeitszeit von Klinikärzten überprüft?

2. Wie viele Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz wurden dabei festgestellt und wie bewertet die Landesregierung die Ergebnisse?

3. Mit welchen konkreten Maßnahmen wurden diese Verstöße geahndet?

4. Gegen welche Krankenhäuser wurden entsprechende Geldbußenverhängt?

5. Sind der Landesregierung Kliniken bekannt, die wiederholt gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen haben?

6. Wie beurteilt die Landesregierung die Gefährdungen, die durch die Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz für die Patienten in Thüringen entstehen können?

Koppe

Die Antwort der Landesregierung finden Sie HIER
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