22.07.2011
Thüringer Landtag
5. Wahlperiode
22.07.2011
K l e i n e A n f r a g e 1670
der Abgeordneten Koppe und Kemmerich (FDP)
Sportwirtschaft in Thüringen
Immer mehr Menschen in Thüringen betreiben neben der Nutzung von klassischen Vereinsangeboten auch Sport bei kommerziellen Anbietern. Damit gewinnt dieser Wirtschaftssektor zunehmend an Bedeutung. In anderen Bundesländern, z. B. Hamburg, bestehen daher Kooperationen zwischen Handelskammer, Sportverbänden und dem Land, da Land und Wirtschaft die Förderung des Sports als Wirtschaftsfaktor erkannt haben. Daher lohnt es sich, die Bedeutung des wirtschafts- und gesundheitspolitischen Faktors der Sportwirtschaft bzw. der kommerziellen Sportangebote herauszustellen, sowie entsprechend anzuerkennen und zu fördern. Dazu ist eine genaue Beleuchtung des gesamten Marktes und dessen Perspektiven sinnvoll. Es ermöglicht, die Chancen, die der Markt für Gesundheit und Wirtschaft bietet, im Rahmen der künftigen Entwicklungen zu berücksichtigen.
Wir fragen die Landesregierung:
1. Wie hoch sind die aktuellen Umsätze der Sportwirtschaft in Thüringen, wie viele Beschäftigte, aufgegliedert nach Branchen, gibt es und wie haben sich diese Daten in den letzten zehn Jahren entwickelt für:
a) Betreiber von Fitness- bzw. Sportstudios;
b) Anbieter von Fitness- und Gesundheitskursen (Yoga, Aerobic, etc.), auch im Rahmen von Vereins-, Volkshochschul-, Hochschulsportangeboten und Angeboten der Krankenkassen;
c) Hersteller von Sportgeräten und Sportausrüstung;
d) die Sport-/Fitnessernährungsindustrie;
e) Verlage für Sport- und Fitnessliteratur;
f) Anbieter von Sport-/Gesundheitsurlauben und -freizeiten;
h) den Bereich des Motorsports;
g) gegebenenfalls sonstige sportaffine, wirtschaftlich relevante Bereiche, wie z.B. Manager, Spielervermittler und Sportvermarktungsagenturen?
2. Wie hoch war der Anteil der Sportwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt des Freistaats Thüringen im Rahmen der o. g. Wirtschaftszweige und wie hat sich dieser Anteil in den letzten zehn Jahren verändert?
3. Welchen Stellenwert misst die Landesregierung der Sportwirtschaft als Wirtschaftssektor im Freistaat Thüringen bei?
4. Hält die Landesregierung bei der Sportförderung eine Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen oder Industrie- und Handelskammern im Hinblick auf deren wirtschaftlichen Interesse an der Sportindustrie für möglich und sinnvoll?
5. Gibt es Vereinigungen, Verbände oder Gesellschaften, in denen sich die in der Sportwirtschaft tätigen Unternehmer und Angestellten in Thüringen organisieren und wenn ja, welche?
6. Wie ist das prozentuale Verhältnis der Sporttreibenden, die Sport vorwiegend im Rahmen von ehrenamtlichen Vereinsangeboten betreiben und denen, die vorwiegend kommerzielle Anbieter nutzen und ist dabei ein Trend in Richtung individualsportlicher, kommerzieller Nutzung zu beobachten?
7. Gibt es Sparten, in denen Thüringen im Rahmen der Sportwirtschaft führend ist bzw. in denen marktführende Unternehmen in Thüringen ansässig sind?
8. Welche Studiengänge, die die Bereiche Sport und Wirtschaft gemeinsam berühren, werden in Thüringen angeboten, insbesondere im Vergleich zu anderen Bundesländern und wie schätzt die Landesregierung die Bedeutung der Studiengänge für die Sportwirtschaft im Freistaat Thüringen ein?
9. Welche Messen oder Ausstellungen gibt es in Thüringen, die einen umfassenden Überblick über den Sportmarkt bieten und finden darüber hinaus Ausstellungen am Rande von Kongressen oder überregionalen Veranstaltungen von nennenswerter Bedeutung statt?
10. In welcher Form ist das Onlineangebot im Sport- und Gesundheitsmarkt in Thüringen ausgeprägt, in welchem Maße nutzen Thüringer Sportfirmen das Internet als Vertriebsweg und welches Wachstumspotenzial sieht die Landesregierung für diesen Markt?
11. Welchen Trend sieht die Landesregierung in der Sportwirtschaft bezüglich der wirtschaftlichen Lage, gemessen an Umsatz und Unternehmenszahl und in Bezug auf die dort bestehenden Arbeitsplätze?
12. Welche Sportförderungen Thüringer Unternehmen sind der Landesregierung bekannt, z. B. im Rahmen von Betriebssportangeboten, Sportstättenbau, Sponsoring etc., und wie hoch ist dazu im Vergleich die finanzielle Sportförderung der öffentlichen Hand?
13. Wie hoch schätzt die Landesregierung das Risiko von Übergewicht für die Gesundheit der Menschen in Thüringen ein und inwieweit bewertet sie kommerzielle Sportangebote als einen Baustein zu mehr Bewegung und weniger Übergewicht in der Bevölkerung?
14. Welche Chancen und Risiken sieht die Landesregierung bei der Nutzung von kommerziellen Sportangeboten bereits im Kindes- und Jugendalter? Gibt es in diesem Bereich pädagogisch begleitete Angebote und inwieweit könnte diese Nutzung geeignet sein, ergänzend zu den schulischen Angeboten und Vereinsaktivitäten bereits bei Kindern ein Fitnessbewusstsein zu schaffen, wodurch das Risiko von Übergewicht und Bewegungsarmut in der Bevölkerung gesenkt werden kann?
Koppe, Kemmerich
Die Antwort der Landesregierung finden Sie HIER