Kleine Anfragen

Häufigkeit von Magen-Darmerkrankungen im Freistaat Thüringen

Thüringer Landtag
5. Wahlperiode
12.07.2011

K l e i n e A n f r a g e 1649
der Abgeordneten Bergner und Koppe (FDP)
Häufigkeit von Magen-Darmerkrankungen im Freistaat Thüringen


Im Freistaat Thüringen sind derzeit 61 bestätigte EHEC-Fälle mit Infektionen des Erregers sowie sechs Fälle mit HU-Syndrom und ein Todesfall seit dem Ausbruch der Magen-Darmerkrankung bekannt. Viele Menschen scheiden den Erreger gegenwärtig aus. Es ist somit nicht auszuschließen, dass er dadurch in die Natur und somit in das Wasser gelangt. In den letzten Wochen wurde das Bakterium in einem Bach in Frankfurt entdeckt.

Wir fragen die Landesregierung:

1. In welcher Häufigkeit sind in den letzten zehn Jahren Magen-Darmerkrankungen im Freistaat Thüringen aufgetreten (bitte einzeln nach Region aufgliedern)?

2. Welche Erreger waren für die Erkrankungen ursächlich und wie viele Menschen waren durch den jeweiligen Erreger erkrankt oder sind an diesem verstorben (bitte einzeln auflisten)?

3. Gab es zeitnah vor dem Ausbruch von Magen-Darmerkrankungen Starkregenereignisse, die im Einzugsbereich von Trinkwassergewinnungsanlagen die Aufenthaltsdauer von Abwasser in Kläranlagen verkürzt oder zu verstärktem Abfließen in Regenüberläufen führten?

4. Gab es besondere Anhäufungen "statistischer Ausreißer" von Magen- Darmerkrankungen im Versorgungsgebiet einzelner Trinkwasserproduzenten? Wenn ja, bitte einzeln auflisten!

5. Gibt es bei etwaigen statistischen Auffälligkeiten im Sinne von Frage

4 Korrelationen zu besonderen Witterungslagen wie Starkregen oder längeren Regenperioden?

6. Werden in Thüringen Flüsse auf Erreger von Magen-Darmerkrankungen kontrolliert, in die Wasser aus Wasseraufbereitungsanlagen einfließt? Falls ja, wie oft werden die Flüsse kontrolliert und auf welche Erreger?

7. Wie erfolgt in Thüringen das Meldeverfahren bei einem Befund von Magen-Darmerkrankungen?

8. Wie erfolgt in Thüringen das Meldeverfahren bei der Feststellung eines Erregers in der Umwelt, insbesondere auch im Einzugsbereich von Anlagen zur Gewinnung und Aufbereitung von Trinkwasser?

9. Welche Maßnahmen und Empfehlungen zur Verhinderung einer möglichen Infektion von Trinkwasser hält die Landesregierung generell für angemessen?

10. Wie schätzt die Landesregierung die Gefahren durch EHEC für die Zukunft ein?

11. Welche Aktivitäten werden in Deutschland und insbesondere in Thüringen entfaltet, um einer Ausbreitung von EHEC vorzubeugen (sowohl durch Forschung als auch im Bereich der Massentierhaltung)?

Bergner, Koppe

Die Antwort der Landesregierung finden Sie HIER
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