09.05.2011
Thüringer Landtag
5. Wahlperiode
09.05.2011
K l e i n e A n f r a g e 1477
des Abgeordneten Kemmerich (FDP)
Herkunftsangaben der Elektroenergie für die Landesverwaltung
Laut Medieninformation des Thüringer Finanzministeriums vom 27. April 2011 zur Vorstellung des Energieberichts 2010 werden 47 Prozent der Elektroenergie der Landesverwaltung aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Für das laufende Jahr sollen laut Finanzministerium 50 Prozent der Elektroenergie der Landesverwaltung aus erneuerbaren Quellen stammen. Das Thüringer Liegenschaftsmanagement bezieht sich dabei auf das TÜV-Zertifikat EE01, zur Nachweissicherung der Energieversorgung. Unter Punkt 7.1.2 des Energieberichts 2010 heißt es: "Mit der Elektroenergieausschreibung 2009 für den Lieferzeitraum 2010 bis 2011 forderte die Landesregierung erstmalig einen festen Anteil der Liefermenge aus regenerativen Quellen. 25 Prozent der gesamten Liefermenge stammt seit dem 1. Januar 2010 nachweislich aus regenerativen Quellen. Der Nachweis erfolgt über ein hochwertiges Ökostrom-Label, dem TÜV-Zertifikat EE01." Weiter heißt es: "Unter der Berücksichtigung der aktuellen EEG-Quote-Prognose für 2010 (http://www.eeg-kwk.net) von 18,27 Prozent stammt folglich über 43 Prozent der gesamten Elektroenergie zur Versorgung der Immobilien/Abnahmestellen aus regenerativen Quellen."
Ich frage die Landesregierung:
1. Ist der Landesregierung bekannt, dass das TÜV-Zertifikat EE01 bereits die EEG-Quote-Prognose für 2010 von 18,27 Prozent beinhaltet? Falls ja, warum wird dieser Anteil für die Errechnung des Gesamtanteils der regenerativen Quellen an der Elektroenergieversorgung in der Rechnung verdoppelt (siehe Punkt 7.1.2 Energiebericht 2010)?
2. Wie hoch muss für einen TÜV-EE01 zertifizierten Lieferanten der eigene Anteil an selbst produzierter Energie aus regenerativen Quellen sein, wenn bereits 18,27 Prozent durch die EEG-Prognose für 2010 garantiert sind?
3. Wie hoch ist der Anteil der Elektroenergie der Landesverwaltung aus erneuerbaren Quellen, wenn die EEG-Quote-Prognose für 2010 nicht doppelt eingerechnet wird?
4. Ergeben sich im Hinblick auf die aktuelle Ausschreibung für die Elektroenergieversorgung der Landesverwaltung Mehrkosten, wenn die EEG-Quote-Prognose für 2010 nicht doppelt eingerechnet wird, wenn die Landesregierung 50 Prozent der Elektroenergie aus regenerativen Quellen beziehen möchte? Wenn ja, wie hoch werden diese wahrscheinlich ausfallen?
Kemmerich
Die Antwort der Landesregierung finden Sie HIER