Anträge

Chancen bieten, Potentiale nutzen

Thüringer Landtag
5. Wahlperiode Drucksache 5/1708
26.10.2010

A n t r a g
der Fraktion der FDP
Chancen bieten, Potentiale nutzen - Anerkennung der von Migranten im Herkunftsland erworbenen Berufs- und Hochschulabschlüsse erleichtern


I. Die Landesregierung wird aufgefordert, gemeinsam mit den Stellen, die in Thüringen für die Anerkennung von Berufs- und Bildungsabschlüssen zuständig sind, ein möglichst einheitliches und transparentes Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufs- und Hochschulabschlüsse zu erarbeiten und einzuführen. Auf positive Erfahrungen anderer Bundesländer und dort vorhandener Anerkennungsstellen ist zurückzugreifen.

Bei dem Verfahren muss sichergestellt werden:

1. Anträge auf Anerkennung müssen innerhalb einer angemessenen Frist beschieden werden.

2. Bei Nichtanerkennung muss den Antragstellern mitgeteilt werden, welche Zusatzqualifikationen sie benötigen und wo und wie diese erworben werden können.

3. Auch bei nichtanerkannten Abschlüssen muss den Antragstellern zertifiziert werden, auf welchem mit deutschen Abschlüssen vergleichbaren beruflichen Niveau sich ihre Qualifikation bewegt.

4. Anerkennungsuchenden muss eine Erstanlaufstelle zur Verfügung stehen, die Informationen über das Anerkennungsverfahren bereit hält und in der Lage ist, auf Wunsch des Antragstellers einen "personifizierten Abschlussleitfaden" zu entwickeln, der dem Antragsteller den Weg zu einer in Deutschland anerkannten Qualifikation aufzeigt.

II. Die Landesregierung wird aufgefordert, alle Maßnahmen der Bundesregierung zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen und Berufsabschlüssen zu unterstützen und zügig in Thüringen umzusetzen.

III. Dem Thüringer Landtag ist bis zur nächsten Sommerpause des Landtags zu den im Antrag geforderten Punkten I und II zu berichten.

Begründung:
Arbeit ist ein entscheidender Integrationsfaktor: Arbeit ermöglicht den Zuwanderern, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, fördert dadurch das Selbstwertgefühl nicht nur des Berufstätigen, sondern auch der Familienangehörigen. Dies ermöglicht darüber hinaus soziale Kontakte und
schafft Akzeptanz in der Bevölkerung.

Zudem zeigt der demographische Wandel, dass es dringend geboten ist, die bestehenden Potentiale auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu heben und vollumfänglich nutzbar zu machen. Die Gesellschaft kann es sich nicht leisten, die bestehenden Potentiale brach liegen zu lassen. Es ist angesichts des Fachkräftemangels dringend geboten, endlich für eine zeitnahe (Teil-)Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zu sorgen.

Deutschland kann auf den wertvollen Beitrag der Migranten nicht verzichten.

Für die Fraktion:
Koppe

Der Antrag wurde in der Plenarberatung 5/50 am 25.03.2011 angenommen.
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