Anträge

Organspende in Thüringen fördern

Thüringer Landtag
5. Wahlperiode Drucksache 5/1737
01.11.2010

A n t r a g
der Fraktion der FDP
Organspende in Thüringen fördern


Die Landesregierung wird aufgefordert:

I. zu berichten,
a) welche Aufklärungsmaßnahmen und lnformationskampagnen die Landesregierung zum Thema Organspende in den letzten fünf Jahren mit welchem Ziel unterstützt hat, welche Mittel jeweils zur Verfügung gestellt wurden und wie sie den Erfolg der Öffentlichkeitsarbeit bewertet;
b) welche (Modell-)Vorhaben mit welchem Ziel initiiert wurden oder angedacht sind, um das Transplantationswesen in den Kliniken zu unterstützen;
c) wie sich die personellen Strukturen und zeitlichen Ressourcen in den Krankenhäusern darstellen, damit die Transplantationsbeauftragten und pflegerischen Angestellten ihre Aufgaben nach dem Transplantationsgesetz wahrnehmen können;

II. zielgerichtet die Bevölkerung zum Thema Organspende aufzuklären, um die Spendenbereitschaft in Thüringen zu erhöhen.

Begründung:
Noch immer werden in Deutschland zu wenige Organe gespendet. Viele Patienten stehen auf der Warteliste und müssen bis zu einer erfolgreichen Organtransplantation erhebliche gesundheitliche Einschränkungen in Kauf nehmen. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) versterben täglich drei Menschen, die auf ein lebensrettendes Organ warten. Der Bedarf an Organen wird weiter steigen. Es wird mit einer Zunahme von Erkrankungen gerechnet, die durch eine Transplantation therapiert werden können. Gründe dafür sind die steigende Lebenserwartung sowie der technische Fortschritt, welcher Therapien durch Transplantationen erst ermöglicht. Insgesamt warten ca. 12 000 Patienten auf ein neues Organ.

Das Jahr 2009 brachte keine nennenswerte Steigerung der Organspenden in Deutschland. 1 217 Menschen haben nach dem Tod ihre Organe gespendet - das sind 19 Spender mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig ist die Anzahl der gespendeten Organe um 48 auf 3 897 zurückgegangen.

Eine Forsa-Studie belegt, dass auf dem Gebiet der Organspende noch umfassende Informationsarbeit nötig ist. Immerhin 79 Prozent der Thüringer haben sich mit dem Thema Organspende wenig bis gar nicht auseinandergesetzt. Lediglich sechs Prozent der Thüringer besitzen einen Spenderausweis. Nur gute und umfassende Aufklärungsarbeit, wozu auch Erfahrungsberichte von Betroffenen gehören, machen die Erfolge der Transplantationsmedizin für jeden deutlich. Die Menschen sollen sich mit dem Thema auseinandersetzen und für sich eine Entscheidung treffen.

Die Zahl der Organspenden hängt nicht nur von der Zustimmung des verstorbenen bzw. seiner Angehörigen ab, sondern auch vom Engagement der Krankenhäuser. Umso wichtiger ist die Unterstützung der Kliniken: Angefangen bei den wenig routinierten Arbeitsabläufen bei Organentnahmen über den Bürokratie- und Organisationsaufwand bis hin zur Optimierung der Spendermeldungen sind Modellprojekte denkbar.

Nur wenn verschiedene Maßnahmen ineinandergreifen, kann die Zahl der Organspender und -spenden erhöht werden. Ziel ist es, Lebensqualität und Lebensdauer der Schwerkranken zu verbessern, die dringend auf ein lebensrettendes Organ warten.

Für die Fraktion:
Koppe

Nummer II des Antrages wurde in der Plenarberatung 5/50 am 25.03.2011 angenommen.
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