Anträge

Einführung eines mitteldeutschen Abiturs

Thüringer Landtag
5. Wahlperiode Drucksache 5/1763
03.11.2010

A n t r a g
der Fraktion der FDP
Einführung eines mitteldeutschen Abiturs


Die Landesregierung wird aufgefordert,

1. Thüringen als Vorreiter für einheitlich hohe Bildungsstandards in Deutschland zu etablieren und dafür, noch innerhalb dieser Legislaturperiode, einen konkreten Maßnahmenkatalog zu erarbeiten und umzusetzen;

2. verstärkt, vor allem mit Sachsen und Sachsen-Anhalt, in diesem Bereich zu kooperieren und einen festen Zeitplan und konkrete Ziele zu erarbeiten, damit ein Mitteldeutsches Abitur noch in dieser Legislaturperiode eingeführt werden kann.

Begründung:
Die einheitlichen Bildungsstandards, die von den Kultusministerkonferenzen bisher festgelegt wurden, reichen nicht aus, um einheitliche oder vergleichbare Bildungsabschlüsse herbeizuführen. Da die Abiturprüfungen aber in allen Ländern und auch innerhalb der Europäischen Union zum Studium berechtigen, sollten sie auch auf einem möglichst vergleichbaren und dem Ziel eines Hochschulabschlusses angemessenen Niveau durchgeführt werden. Die Weiterentwicklung von Bildungsstandards sollte dabei - mit Blick auf dieses Ziel - vor allem in den Kernfächern weiter forciert werden und somit sowohl Schulabschlüsse als auch Lerninhalte noch vergleichbarer machen. Die Chance zu diesen ersten Schritten sind jetzt vor allem in Mitteldeutschland vorhanden.

Der Bildungsbereich darf keine Arbeitnehmerbeschränkung für einen beruflich bedingten Wohnortwechsel von Eltern schulpflichtiger Kinder mehr darstellen. Eine Rückstufung um eine Jahrgangsstufe ist nicht selten die Folge eines bundeslandübergreifenden Umzugs von Eltern schulpflichtiger Kinder.

Es darf nicht sein, dass die positive Entwicklung bei Studierenden, bei denen jeder problemlos und ohne Verlust an Zeit und Inhalt jedes Studiensemester in einem anderen europäischen Land absolvieren kann, von den Erschwernissen eines Schulwechsels innerhalb Deutschlands konterkariert wird. Das Mitteldeutsche Abitur ist daher ein notwendiger und sinnvoller Schritt in die Zukunft der Bildungszusammenarbeit.

Für die Fraktion:
Barth

Der Antrag wurde in der Plenarberatung 5/44 am 28.01.2011 abgelehnt.
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