Internationaler Abend

Kanada begegnete Thüringern

Botschafter Boehm mit Uwe Barth
Botschafter Boehm mit Uwe Barth

In einer gut besuchten Abendveranstaltung im Luthersaal des Erfurter Augustinerklosters konnte der kanadische Botschafter Peter Boehm am Donnerstag mehr als 100 Thüringern sein Heimatland vorstellen. "Wir werden uns immer aber auch nach Europa orientieren, denn wir sind uns unserer Wurzeln bewusst", sagte der Botschafter, dessen Eltern aus Siebenbürgen nach Kanada eingewandert sind. Deutschland sei eines der wichtigsten Tore nach Europa, Kanada der drittgrößte Investor. Beide Länder hätten die Wirtschaftskrise überwunden und stünden mit aktuell guten Wachstumsprognosen da.

"Um unseren Fachkräftebedarf zu decken, suchen wir weltweit fähige Leute", sagte er mit Blick auf die 250.000 Einwanderer, die pro Jahr nach Kanada kommen. Die Integration der Neuankömmlinge, die man in Kanada nicht als Migranten sondern als "Newcomer" bezeichnet, funktioniere sehr gut. Die längeren Erfahrungen als Einwanderungsland sowie eine aktive Einwanderungspolitik seien dabei sicher hilfreich", so der Botschafter. "Wir haben alle einen Migrationshintergrund." In der anschließenden spannenden Diskussion standen Themen wie die Außenpolitik Kanadas, die Parteienlandschaft und Gesundheitspolitik im Mittelpunkt. Der Botschafter, der seit zwei Jahren in Deutschland ist, zeigte sich auch als scharfer Beobachter der hiesigen Politik, der aber als "guter Diplomat, keine Ratschläge geben wollte".

Die Reihe "Internationaler Abende" der FDP-Landtagsfraktion soll mit der Einladung namhafter Persönlichkeiten aus der Diplomatie, der internationalen Politik und der Wirtschaft nach Thüringen fortgesetzt werden.

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